Zähne und deren Geschichte

Der Beginn der Zahnheilkunde ist sehr spannend und sorgt immer noch für überraschende Entdeckungen.

Bereits in der Jungsteinzeit um 4.500 v. Chr. bekamen die Menschen Zahnfüllungen wie z.B. aus Bienenwachs. Im Bild oben sehen Sie eine 6.500 Jahre alte Zahnkrone unter dem Mikroskop. Innerhalb der gelben Linie befindet sich das Füllungs-Wachs. Frühere Studien haben dies gezeigt und dass bereits vor 9.000 Jahren Zahnärzte im heutigen Pakistan den Bohrer ansetzten. Im Gräberfeld von Mehrgarh in Belutschistan hat ein internationales Team Backenzähne mit eindeutigen Bohrlöchern gefunden.

Welche Studien wohl spätere Generationen erstellen, über die Zahnersätze, welche wir Zahntechniker heute mit Akribie und Freude herstellen?




Meilensteine der Zahnheilkunde

Vor- und Frühgeschichte

15000 – 10000 v. Chr. Vielleicht gehören Zahnschmerzen und Zivilisation einfach untrennbar zueinander. Jedenfalls zeigen Schädelfunde der Jungsteinzeit von etwa 15.000 bis 10.000 v.Chr. noch kaum kariöse Zähne.
6000 v. Chr. Es ist richtig dass primitive Völker, die ihre Nahrung kräftig kauen mussten, wenig mit ihren Zähnen zu schaffen hatten. Doch schon damals verursachten in Erdnüssen, Roggenbrot, rohem Fleisch und Fisch enthaltene Steine bei den primitiven Völkern Zahnabrasionen. Bakterien gelangten durch die raue Oberfläche ins Zahninnere und verursachten Abszesse.
2500 v. Chr. Erstes Golddrahtbindewerk aus Ägypten. In Ägypten finden sich die ersten genaueren Hinweise auf Zahnärzte welche jedoch bei Versagen [Gerüchten nach] getötet wurden. Die Inschrift auf der Tafel zeigt Hesire ca. 2600 v. Chr. und lautet:
„Größe denen, die Zähne behandeln und der Ärzte“
1550 v. Chr.

Das Papyrus Ebers, geschrieben um 1550 vor Christus, enthält Ratschläge für "die Stärkung des Zahns" und sogar ein Rezept für eine Zahnfüllung: Man nehme Abgeriebenes des Mahlsteins, Ocker, Honig und verrühre es. Aufbewahrt wurde der Mix in kleinen Tiegeln




Altertum - Antike

1000 – 900 v. Chr. Früher nahm man Steinmehle, Harze, Malachit und Pflanzensamen zur Füllung hohler Zähne. Eine Vielzahl von Mitteln sollte gegen Zahnschmerz helfen unter anderem auch Zaubersprüche, aber alles vergebens. Man war überzeugt, dass ein Wurm Schuld an der Zahnfäule und deren Schmerz sei. Immerhin war der Zahnwurm mehr als 3500 Jahre die Theorie geltender Lehrmeinungen.
900 v. Chr. Wurde der Zahnwurm erst ins Reich der Sagen verbannt, zumindest in Griechenland. Zum ersten Mal wurden äußere Umstände als Ursache der Karies genannt: “ Der Zahnschmerz entsteht durch Schleim unter den Zahnwurzeln. Die Zähne werden teils durch den Schleim, teils durch die Nahrung angefressen.”
600 v. Chr. Erste Zahnbindewerke aus Syrien
500 v. Chr. Die Etrusker schufen bereits hochentwickelten Zahnersatz aus Goldbändern und Zähnen von Toten Menschen und Tieren. Diese waren durchaus zu benutzen und zeigen die hohe Kunst der Ärzte zu dieser Zeit.
460 – 377 v. Chr.

Der Grieche Hippokrates (460 bis 377 vor Christus) empfahl ein Glüheisen, wenn ein Zahn schmerzte. Das heiße Eisen verbrannte den Nerv im Zahn, der Schmerz verflog

300 v. Chr.

Entstehung von Zahnbindewerken in Phönizien und Griechenland.

100 v. Chr. Das Herstellen von künstlichen Zähnen und deren Handel wurde von den Etruskern durch deren Territorialeinverleibung übernommen.
0 v. Chr. – 10 n. Chr. Der römische Arzt Cornelius Celsus wandte sich vor allem an gebildete Städter, sie sollten morgens ihre Zähne gründlich putzen, um der Zahnfäule vorzubeugen. Um ca. 10 n. Chr. empfahl Celsus auch schiefe Zähne mit den Fingern wieder in ihre richtige Position zu bringen.
200 n. Chr.

Entstehung der ersten Krone (Römerreich)

659 n. Chr. In China wurde das erste Amalgam entwickelt. Der Chinese Su Kung schrieb über eine Zahnfüllung aus "silbernem Teig". Das Rezept geriet aber wieder in Vergessenheit  
850 n. Chr.

Der berühmte arabische Arzt Abu Bakr Muhammad Ibn Zakarya al Rhazi empfahl Arsen gegen Zahnschmerzen. Das Gift kann offen liegende Nerven abtöten. Dadurch verschwindet die Qual. Pasten mit Arsen wurden in Europa noch bis ins ausgehende Mittelalter hinein gegen Zahnschmerzen verwendet




Mittelalter

980 Albucasis (Abu Al-Qasim Al-Zahravi) - Surgery, Medicine - (936-1013). Schließt Lücken mit gefeilten Rinderknochen.




Neuzeit

1450 Arculanus (1412-1484) verwendete Blattgold als Füllungsmaterial.
1500 Herstellung künstlicher Zähne aus Elfenbein, Knochen oder Holz. Es gab sogenannte Elfenbeinschnitzer welche die ersten Zahntechniker waren. Diese Restaurationen sahen jedoch aus wie die Tastatur eines Spinetts.
1595 J. Horst, Beschreibung des güldenen [goldener] Zahnes des schlesischen Knabens
1595 – 1646 Scultetus Einführung des Wachsabdruckes
1648 – 1711 Purmann Weiterentwicklung des Wachsabdruckes
1700 Japan verwendet Kieselsteine als Zahnmaterial
1735 Pierre Fauchard emaillierte erstmals Gold und Silberzähne und erkannte schon damals die Wichtigkeit der Zahnpflege. In seinem 1728 veröffentlichten Buch "Le Chirurgien Dentiste" gab er bereits Tipps für Zahnpflege und widmete ein ganzes Kapitel der Korrekur von Fehlstellungen. Seine Zahnspangen bestanden aus einem gebogenen
Metallstreifen welcher mit Draht an den Zähnen fixiert wurde. Er war auch Erfinder des Stiftzahnes und der Oberkiefer-Totalprothese, welche mit Metallfedern am Unterkiefer besestigt wurde.
1740 ...wurden die Metallfedern die den Schlund sehr leicht verletzen
konnten durch Spiralfedern verdrängt.
1750 Philipp Pfaff: Autor des Buches: "Abhandlung von den Zähnen des menschlichen Körpers und dernen Krankheiten" sowie Erfinder des Gipsmodells aus einem Wachsnegativ, des ersten Gipsokkludators und der Bissnahme.
1750

…veröffentlichte Alexander Gottlieb Baumgarten den ersten Band seiner „Aesthetica“. Seither gibt es den Namen und den Gegenstand der „Ästhetik. Ästhetik bildet einen faszinierenden Bereich des Menschseins und das Gesicht ihr vielleicht markantestes Feld. 

1776 Französischer Zahnkünstler Guerad brennt erste Porzellanprothese nach Angabe des Apothekers Duchateau
1782 Massez - erste Doppelarmklammer mit Auflage
1732 – 1799

George Washington (1732-1799) Prothesen in dieser Zeit waren üblicherweise aus Holz geschnitzt und deshalb sehr schwer. Als Zähne wurden entweder Tierzähne von Ochsen, Nilpferden oder Seekühen verwendet. Besser waren jedoch Menschenzähne, die mit kleinen Nägeln im Holz befestigt wurden. Solche Prothesen waren zum Essen kaum zu gebrauchen.

 

Washingtons Zähne - gefertigt vom Zahnarzt John Greenwood - waren dagegen ganz aus Elfenbein geschnitzt und mit einem Gaumen aus Gold versehen. Dennoch war er z.B. bei offiziellen Essen gezwungen, nach kurzer Zeit den Raum zu verlassen und im Nebenzimmer heimlich etwas zu sich zu nehmen.

 

Welche Wirkung plump gearbeitete Zähne auf Washingtons äußere Erscheinung hatten, sehen wir heute noch auf den aller Welt verbreiteten amerikanischen Geldscheinen und Briefmarken. Gilbert Stuart, der das Original-porträt malte, versuchte das Vorspringen des Unterkiefers dadurch auszugleichen, dass er Washington bat Baumwolle in den Mund zu stecken. Das Ergebnis war dementsprechend.

1791 Dubois de Chemant erhält das erste Patent zur Herstellung von Porzellanzähnen. Es wurde die korrosionsbeständige Chemant-Porzellan-Prothese bekannt.
1805 Gariot - Erfinder des Scharniergelenkartikulators
1808 Fonzi erfindet die ersten Platinstiftzähne (14. März 1808)
1817 Planton verbessert Verankerungsmöglichkeiten
1818 Gray erfindet die Saugkammer bei der Totalprothese
1820 Delabarre - erster Abdrucklöffel
1834 Gall - weitere Klammerkonstruktionen
1837 Claudius Ash - ein Silberschmied erledigte aus Interesse an Zahnersätzen einen Auftrag für einen Londoner Zahnarzt so geschickt, dass er bald zu seinem eigenen erstaunen den
größten Teil seiner Zeit für zahnarztliche Aufträge verwendete. Er war somit einer der ersten professionellen Zahntechniker und Erfinder der ersten Röhrenzähne.
1838 Clark - Entwicklung gestanzter Kronen
1839 – 1906 Stainton beschreibt unterspülbare Brückenprothesen
1840 ...bekam das Fehlen von Zähnen Dank angestrengter Bemühungen und relativ natürlich aussehenden Prothesen einen „peinlichen“ Anstrich.
1846

Der Amerikaner William Thomas Green Morton betäubt seinen Patienten mit Äther. Es ist das erste Mal, dass ein Dentist das Gas zu medizinischen Zwecken benutzt.

1842 – 1848 Gilbert und Robinson - Entwicklung der Bandklammer
1850 Entstehung der Logankrone
1855 Goodyear - vulkanisierbarer Kautschuk
1856 Dwinelle - extendierende Wurzelkappenbrücke
Putman - entwickelte den Kautschukkessel und Küvette
1861 Rodriques - Beschreibung der Immediatprothese
1862 Die Fa. Smale Brothers bot als zahnärztliche Bedarfsartikel natürliche Zähne an, welche zuvor durch eine große Zahl an Zahnziehern aus toten Soldaten des amerikanischen Bürgerkriegs extrahiert und buchstäblich zentnerweise nach England verschifft wurden.
1864 Schrott - erster Funktionsabdruck
1866 Bean - Aluminiumplatten als Prothesenbasis oder Caroll
1867 Wurde von William Dunn das Patent für die Porzellan-Totalprothese erworben. Dies war aber im Grunde genommen die von Chemant entwickelte Methode.
1868 Wurde die erste Oberkiefer-Totalprothese angepriesen, welche nur durch atmosphärischen Druck also Adhäsion befestigt wurde.
1869 Erster Zahnkitt aus Zink- Oxydphosphat.
1870 Parkes - erste Zelluloidprothese
1871 James B. Morrison stellte die erste Fußtretbohrmaschine her. Sie lief bereits auf 2000 Umdrehungen in der Minute und wurde auch in Europa sofort begeistert aufgenommen.
1872 Mommer - erster Kauabdruck
1873 W. G. Bonwill - erste abnehmbare Brücke und „Bonwilldreieck“
1880 Richmond entwickelt die Ringdeckelstiftkrone
1881 Elliot - Entwicklung der elektrischen Bohrmaschine
1872 Dr. Washington Sheffield von Connecticut stellte erstmals Zahnpasta in einer Tube her.
1893 Wienand - Gründer der Zahnfabrik Wienand (Wienand-Solozahn)
1895 Charles H. Land stellt erste Porzellan-Mantelkrone her




Moderne

1903 Thomas Steele - Entwickelte preiswerte Stiftkronen mit Kautschukrückenfläche sowie auswechselbare Facetten für Stiftzähne und Brückenarbeiten.
1906 Bryan - erste Brückenkonstruktion mit Umgehungsbügel
1907

Taggart - Goldgußverfahren
Peeso - abnehmbare Brücken (Teleskopkronen)

1908 Gysi: Durch die zweidimensionale Stützstifttechnik wurde aus der klassischen Artikulationslehre eine international anerkannte und gelehrte Methode zur Bestimmung der horizontalen Relation.
1918 Akars - Einstückgussprothese
1920 Sachs, Berlin, verwirft Sattelbrücke
1923 Hauptmayer (Krupp) - Einführung der Chrom-Nickel-Legierung
1925 Bügelprothese hält Einzug in die Prothetik
1930 Kolloidale elastische Abdruckmassen verdrängen den Abdruckgips
1935 Erster Kunststoff (Gingivist) als Basismaterial
1938
„Dupont“ eine amerikanische Firma stellte die erste Nylonborsten Zahnbürste her
1939 wurde die erste echte elektrische Zahnbürste in der Schweiz produziert
1941 Firma C. M. Hutschenreuter bringt die ersten Kunststoffzähne heraus
1949 Gatzka führt das Vakuumbrennverfahren durch Mathe`-Facettenkrone ein.
1996 Dieter Pils gründet die Firma PILS ZAHNTECHNIK


 

Entwicklungsgeschichte der Zähne


Das Gebiss ist ein ausgeklügeltes Organsystem der Wirbeltiere, das sich als artspezifisches und hochspezialisiertes Werkzeug vor allem bei den Säugetieren durchgesetzt hat – und wesentlich zur Eroberung des Festlandes beitrug.

Paläontologen erkannten fossile Zähne schon vor 200 Jahren als wichtige Informationsquelle für die Entwicklungsgeschichte der Wirbeltiere. Viele längst ausgestorbene Wirbeltiere, entdeckte man nur dank ihrer Zähne, die als einziger Teil des Tieres im Gestein über Jahrmillionen erhalten blieben. Die überwältigende Formenvielfalt fossiler und heutiger Zähne und Gebisse zeichnet einen langen Weg ständiger Anpassung und Verfeinerung der Funktionstauglichkeit im Nahrungserwerb und Nahrungswettbewerb nach.

 

Zähne sind uns eine Selbstverständlichkeit. Sie ergreifen und zerkleinern Nahrung. Sie sind Waffen. Sie haben soziale Funktionen und sie sind Sprechwerkzeuge.

Doch wie die meisten anderen Organe unseres Körpers nehmen wir sie häufig erst bewusst wahr, wenn sie Unbehagen verursachen. Kaum jemand ahnt, welche großartige Entwicklungsgeschichte in ihnen steckt und welche genialen Produkte der Evolution sie sind.

Schöne Zähne und „ein gesunder Biss“ sind von besonderem Wert und
man sollte auf sie achten - sie tragen entscheidend zu Ihrer Lebensqualität bei!

 

Sitz der Gesellschaft - Bruck

PILS ZAHNTECHNIK GmbH
Glocknerstraße 31 a
A-5671 Bruck a. d. Glocknerstr.
Telefon: +43-6545-7060
Fax: +43-6545-7060-4
info@pilszahntechnik.at
www.pilszahntechnik.at

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A-9900 Lienz in Osttirol
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Fax: +43-4852-67766-4
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